Bitcoin-Saisonalität: Die besten und schlechtesten Monate

Bitcoin Monatsrenditen 2013 bis 2026 Durchschnitt und Median

Aktualisiert: Juni 2026

Bitcoin zeigt über die Jahre wiederkehrende saisonale Muster. Oktober und November waren historisch die stärksten Monate, der September ist der einzige, der verlässlich schwach ausfällt.

Doch Vorsicht: Der vielzitierte November-Durchschnitt von über 41% täuscht gewaltig, denn er wird durch ein einziges Ausnahmejahr nach oben gezogen. Wir zeigen dir anhand der Monatsrenditen seit 2013, welche Muster wirklich tragfähig sind, und warum du dabei zwischen Durchschnitt und Median unterscheiden musst.

Saisonale Trends sind ein bekanntes Phänomen bei Aktien. Es gibt bestimmte Zeiten im Jahr, in denen Aktien tendenziell besser oder schlechter performen. Ein klassisches Beispiel ist die «Weihnachtsrallye», bei dem die Aktienkurse in der Regel im Dezember ansteigen, oder das «Sommerloch», in dem die Märkte oft stagnieren. Doch wie sieht es mit Bitcoin aus? Gibt es auch hier saisonale Muster?

Saisonale Trends bei Aktien

Bleiben wir zuerst in der Aktienwelt, denn die saisonalen Trends sind gut dokumentiert. Ein Beispiel für saisonale Trends ist die Neigung der Aktienmärkte, in den letzten Monaten des Jahres zu steigen. Dies ist teilweise auf die Weihnachtsrallye zurückzuführen, bei der Anleger optimistischer sind und ihre Portfolios aufstocken. Im Gegensatz dazu neigen die Sommermonate dazu, schwächer zu sein, da viele Investoren in den Ferien sind und das Handelsvolumen abnimmt.

Ein Vergleich der durchschnittlichen monatlichen Renditen des S&P 500 – dieser Index bildet die 500 grössten US-Unternehmen ab – über die letzten 20 Jahre zeigt, dass die Monate November und Dezember tendenziell die besten Renditen aufweisen, während die Sommermonate, insbesondere August und September, schwächer performen.

Saisonalität bei Bitcoin: Die besten und schlechtesten Monate

Genau dieses Muster, schwacher Spätsommer, starkes Jahresende, findet sich in abgeschwächter Form auch bei Bitcoin wieder. Allerdings ist Bitcoin als junge Anlageklasse deutlich volatiler, und einzelne Extremmonate verzerren das Bild stark. Deshalb lohnt sich der genaue Blick.

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Monatsrenditen von Bitcoin im Zeitraum 2013 bis 2026, basierend auf den Daten von CoinGlass. Wir stellen dabei zwei Kennzahlen nebeneinander:

  • den Durchschnitt, der alle Jahre gleich gewichtet
  • und den Median. Er teilt den Datensatz in zwei Hälften: die eine Hälfte liegt darunter, die andere darüber. Dadurch zeigt er den typischen Monat und wird weniger von extremen Jahren verzerrt.

Wo beide Werte nah beieinanderliegen, ist ein saisonales Muster verlässlich. Wo sie stark auseinanderklaffen, steckt meist ein einzelnes Extremjahr dahinter.

MonatØ RenditeMedianEinordnung
Januar+2,8 %+0,3 %Durchwachsen. Etwa jedes zweite Jahr im Plus, kein klarer Trend.
Februar+11,1 %+11,7 %Stark. In den meisten Jahren klar im Plus, einer der verlässlichsten Monate.
März+11,5 %-0,2 %Trügerisch. Der hohe Schnitt kommt von einem Ausnahmejahr, real war nur jedes zweite Jahr im Plus.
April+13,0 %+9,6 %Gut. In rund zwei von drei Jahren ging es nach oben.
Mai+7,3 %+3,2 %Wechselhaft. Mal stark, mal schwach, unterm Strich leicht im Plus.
Juni-0,1 %+2,2 %Knapp positiv. Etwas mehr als die Hälfte der Jahre im Plus, aber wenig Schwung.
Juli+7,6 %+8,2 %Gut. In rund zwei von drei Jahren ging es nach oben.
August+1,1 %-7,5 %Schwach. Der schlechteste Monat, nur etwa jedes dritte Jahr im Plus.
September-3,1 %-3,1 %Schwach. Meist ein Minus-Monat.
Oktober+19,9 %+14,7 %Stärkster Monat. In rund drei von vier Jahren ging es nach oben.
November+41,1 %+8,8 %Gut. Solide Aufwärtsmonate, aber nicht so spektakulär, wie der Schnitt vermuten lässt.
Dezember+4,2 %-3,0 %Schwach. Sieht im Schnitt okay aus, war aber nur jedes dritte Jahr im Plus.

Quelle: CoinGlass, Bitcoin Monthly Returns. Zeitraum 2013–2026. n=14 (Jan–Mai), n=13 (Jun–Dez). Juni 2026 als laufender Monat ausgeklammert. Der Median ist der typische Wert in der Mitte. Er sagt mehr aus als der Schnitt, weil einzelne Extremjahre wie 2013 den Schnitt stark nach oben ziehen.

Jahr Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
2026 -10,2 -14,9 +1,8 +11,9 -3,4 läuft · · · · · ·
2025 +9,3 -17,4 -2,3 +14,1 +11,0 +2,5 +8,1 -6,5 +5,2 -3,7 -17,7 -3,0
2024 +0,6 +43,5 +16,8 -14,8 +11,1 -7,0 +3,0 -8,6 +7,3 +10,8 +37,3 -2,9
2023 +39,6 +0,0 +23,0 +2,8 -7,0 +12,0 -4,0 -11,3 +3,9 +28,5 +8,8 +12,2
2022 -16,7 +12,2 +5,4 -17,3 -15,6 -37,3 +16,8 -13,9 -3,1 +5,6 -16,2 -3,6
2021 +14,5 +36,8 +29,8 -2,0 -35,3 -6,0 +18,2 +13,8 -7,0 +39,9 -7,1 -18,9
2020 +29,9 -8,6 -24,9 +34,3 +9,5 -3,2 +24,0 +2,8 -7,5 +27,7 +43,0 +46,9
2019 -8,6 +11,1 +7,0 +34,4 +52,4 +26,7 -6,6 -4,6 -13,4 +10,2 -17,3 -5,2
2018 -25,4 +0,5 -32,9 +33,4 -19,0 -14,6 +21,0 -9,3 -5,6 -3,8 -36,6 -5,2
2017 -0,0 +23,1 -9,1 +32,7 +52,7 +10,4 +17,9 +65,3 -7,4 +47,8 +53,5 +38,9
2016 -14,8 +20,1 -5,3 +7,3 +18,8 +27,1 -7,7 -7,5 +6,0 +14,7 +5,4 +30,8
2015 -33,0 +18,4 -4,4 -3,5 -3,2 +15,2 +8,2 -18,7 +2,4 +33,5 +19,3 +13,8
2014 +10,0 -31,0 -17,2 -1,6 +39,5 +2,2 -9,7 -17,6 -19,0 -12,9 +12,8 -15,1
2013 +44,0 +61,8 +172,8 +50,0 -8,6 -29,9 +9,6 +30,4 -1,8 +60,8 +449,4 -34,8
Ø +2,8 +11,1 +11,5 +13,0 +7,3 -0,1 +7,6 +1,1 -3,1 +19,9 +41,1 +4,2
Median +0,3 +11,7 -0,2 +9,6 +3,2 +2,2 +8,2 -7,5 -3,1 +14,7 +8,8 -3,0

Alle Werte in Prozent. Quelle: CoinGlass. Juni 2026 („läuft“) und kommende Monate sind nicht in Ø und Median eingerechnet.

Hier sind einige Beobachtungen, die auf saisonale Muster bei Bitcoin hinweisen:

Beste Monate für Bitcoin

  • Oktober, der verlässlichste Gewinner: Mit einem Schnitt von +19,92% und einem Median von +14,71% ist der Oktober der stärkste Monat über beide Messgrössen hinweg. Weil Durchschnitt und Median nah beieinanderliegen, ist das Muster robust und nicht von einem Ausreisser getrieben. Unter Tradern hat er den Spitznamen «Uptober».
  • November, der trügerische Star: Der November führt mit +41,12% den höchsten Durchschnitt aller Monate an. Dieser Wert ist jedoch fast vollständig dem November 2013 zu verdanken, in dem Bitcoin um 449,35% explodierte. Der Median, also der typische November, liegt bei nüchternen +8,81%. Stark, aber kein Selbstläufer.
  • April und Februar, die soliden Mitläufer: April (+12,98% Schnitt, +9,57% Median) und Februar (+11,11% Schnitt, +11,68% Median) liefern konsistent positive Renditen, ohne grosse Lücke zwischen den beiden Massen.

Schwächste Monate für Bitcoin

  • September, der einzig verlässliche Verlierer: Mit -3,08% im Schnitt und -3,12% im Median ist der September der einzige Monat, der über beide Messgrössen klar negativ ausfällt. Wenn es einen saisonalen Schwachpunkt gibt, dann hier.
  • August, schwächer als sein Ruf: Der Schnitt von +1,12% wirkt harmlos, doch der Median von -7,49% entlarvt den typischen August als deutlich negativ. Einzelne Ausnahmejahre wie 2017 (+65,32%) schönen den Durchschnitt.
  • Dezember, die ausbleibende Weihnachtsrallye: Anders als bei Aktien ist der Dezember bei Bitcoin kein Selbstläufer. Schnitt +4,16%, aber Median -2,97%, der typische Dezember schliesst also leicht im Minus.

Nicht nur der Monat zählt, auch der Wochentag macht einen Unterschied. Wir zeigen dir, welcher Wochentag für deinen Bitcoin-Sparplan der beste ist.

Warum der Halving-Zyklus die Saisonalität überlagert

Bitcoins Kursverlauf folgt nicht nur dem Kalender, sondern vor allem dem rund vierjährigen Halving-Zyklus. Das verzerrt die Monatsmuster erheblich: November und Dezember markierten in den Zyklen 2013, 2017 und 2021 jeweils die Hochs, in den Jahren 2018 und 2022 dagegen die Tiefs.

Derselbe Kalendermonat kann je nach Zyklusphase also Top oder Boden sein. Seit 2024 kommt mit den Spot-ETFs und institutionellem Kapital ein weiterer Faktor dazu, der historische Muster abschwächen kann. Saisonalität ist damit ein Mosaikstein, nicht die ganze Karte.

Was heisst das für dich?

Während die Saisonalität bei Aktien gut dokumentiert und allgemein anerkannt ist, beginnt die Analyse der saisonalen Muster bei Bitcoin gerade erst. Dennoch zeigen erste Beobachtungen, dass auch Bitcoin gewisse saisonale Trends aufweist.

Anleger, die diese Muster erkennen und nutzen, könnten ihre Investitionsstrategien optimieren. Wichtig ist jedoch, sich stets bewusst zu sein, dass vergangene Trends keine Garantie für zukünftige Entwicklungen sind und dass die Volatilität von Bitcoin auch unvorhersehbare Schwankungen mit sich bringen kann.

Bitcoin Sparplan: Dollar-Cost Averaging in volatilen Märkten

In volatilen Märkten wie dem von Bitcoin kann die Anlagestrategie des Dollar-Cost Averaging (DCA) von grossem Vorteil sein. Beim DCA investieren Anleger regelmässig einen festen Betrag, unabhängig vom aktuellen Kurs. Dadurch werden mehr Coins gekauft, wenn die Preise niedrig sind, und weniger, wenn die Preise hoch sind.

Diese Methode reduziert das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren, und glättet die Auswirkungen von Preisschwankungen. Lese-Tipp: Bitcoin Sparplan: Mit systematischem Investieren schrittweise zum Bitcoin-Erfolg

Häufige Fragen zur Bitcoin-Saisonalität

Welcher Monat ist historisch der stärkste für Bitcoin?

Der Oktober. Mit einem Durchschnitt von +19,92% und einem Median von +14,71% ist er über beide Messgrössen der verlässlichste Gewinner. Der November hat zwar einen höheren Schnitt, dieser wird aber durch das Ausnahmejahr 2013 verzerrt.

Ist der September wirklich immer schlecht für Bitcoin?

Der September ist der einzige Monat mit konsistent negativer Rendite (Schnitt -3,08%, Median -3,12%). «Immer» ist zu stark, aber er ist statistisch der schwächste Monat im Bitcoin-Jahr.

Warum unterscheidet ihr zwischen Durchschnitt und Median?

Der Durchschnitt reagiert empfindlich auf einzelne Extremjahre. Der November 2013 (+449%) zieht den November-Schnitt auf über 41%, obwohl der typische November bei rund 9% liegt. Der Median zeigt diesen typischen Monat und ist damit aussagekräftiger.

Kann ich mit Saisonalität den Markt timen?

Nur bedingt. Saisonale Muster sind ein statistischer Rückenwind, keine Garantie, und die Datenbasis umfasst erst rund 13 Jahre. Je bekannter ein Muster, desto eher preist es der Markt ein. Für die meisten Anleger schlägt ein regelmässiger Sparplan (DCA) das Timing.

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